Städtische Museen/ Kunstsammlungen

1.1 Maximilianmuseum

Das Maximilianmuseum versteht sich nach wie vor in erster Linie als „Kunstsammlung“, d.h. es wird nur ein Bruchteil der Sammlungen ausgestellt, der Schwerpunkt liegt dabei auf der Kunstgeschichte der reichsstädtischen Zeit. Die politische Geschichte der Stadt sowie die Sozial-, Wirtschafts- und Alltagsgeschichte der Stadt werden nur punktuell und eher indirekt berücksichtigt (Münzsammlung; Zunftordnung; Stadtherrschaft; Armenfürsorge). Im Vordergrund (auch bei Ankäufen) stehen v.a. die „Silberschätze“, die Bewunderung für die Kunstfertigkeit Augsburger Gold- und Silberschmiede auslösen sollen, ohne diese aber in einen historischen Kontext zu stellen  (Woher kam das Silber? Woher das Geld für die Aufträge? Wer verdiente am Verkauf? Kooperation mit anderen Handwerkern, Arbeitsbedingungen der Gold- und Silberschmiede).

Geplant ist 2018 eine Ausstellung zum Thema „Wasser – Kunst – Augsburg. Die Reichsstadt in ihrem Element“, in den Folgejahren Ausstellungen zu Maximilian I., zu den Augsburger (Kunst-)Stiftungen sowie zu Elias Holl.

https://ratsinfo.augsburg.de/bi/___tmp/tmp/45081036211960736/211960736/00068525/25-Anlagen/02/AusstellungsplanungderKuSaundMuseen.pdf

1.2 Stadtarchäologie

Ein Aktivposten in der Augsburg Geschichtslandschaft ist die Stadtarchäologie, die sich inzwischen nicht nur mit der Römerzeit beschäftigt, sondern auch mit Mittelalter und Frühzeit, und dabei auch viele Dinge des Alltags ans Tageslicht bringt. Sehr anschaulich präsentiert wurde das 2017 in der Sonderausstellung mit dem etwas irreführenden Titel „Wunderkammer Bodenschätze“ (ohne „Wunder“ und „Schätze“ scheint es bei Ausstellungstiteln nicht zu gehen).

1.3 Römisches Museum/ „Römerlager“ im Zeughaus

Die Schließung des Römischen Museums in der Dominikanerkirche erweist sich eher als Glücksfall: Denn das aus der Not geborene „Römerlager“ im Zeughaus präsentiert auf sehr anschauliche Art und auch zum Anfassen ein breites Spektrum römischer Geschichte in Augsburg und ist so – auch aufgrund der zentralen Lage – durchaus zu einer „Attraktion“ geworden.

Nichtsdestotrotz soll die Ausstellung nur eine provisorische Zwischenlösung bis zur Sanierung/ zum Neubau des Römischen Museums sein, für das sich eine relativ starke Lobby einsetzt. Zu wünschen wäre, dass es dann aber nicht nur ein Römisches, sondern (siehe oben) ein Stadtarchäologisches Museum wird, das auch Mittelalter und Frühe Neuzeit präsentiert und die verschiedenen Schichten Augsburger Stadtgeschichte dokumentiert.

1.4 Sonstige städtische Museen

Die weiteren städtischen (Kunst-)Museen sowie das Holbein-, Brecht- und Mozarthaus sind nicht primär historisch ausgerichtet. Wünschenswert wäre aber eine stärkere Thematisierung der Gebäudegeschichte und deren ursprünglicher Funktion (Handwerkerhäuser, Industriepalast, Adelspalais).

1.5 Museumspädagogik/ Geschichtsvermittlung

Die Museumspädagogik bzw. Kultur- und Geschichtsvermittlung ist eng an die Kunstsammlungen und deren Konzept/ Perspektive gebunden.

Wünschenswert wäre hier eine weitere Öffnung für andere, vor allem auch sozial- und alltagsgeschichtliche Sichtweisen (vgl. Multiperspektivität von Geschichte/n), .

http://www.kunstsammlungen-museen.augsburg.de

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